Navigation

Missionszentrale der Franziskaner bleibt in Bonn

Internationales Hilfswerk zieht in die Bonner Innenstadt

Die Missionszentrale der Franziskaner (MZF) in Bad Godesberg gibt bekannt, dass sie im Frühjahr des Jahres 2021 ihren Sitz in die Bonner Innenstadt verlegen wird.

Das international tätige Hilfswerk der Franziskaner feierte im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Um sich für die Zukunft als Hilfswerk bestmöglich ausrichten und entwickeln zu können, seien Veränderungsprozesse notwendig, erläutert der Leiter der Missionszentrale der Franziskaner Pater Matthias Maier OFM. „Wir haben uns für eine Präsenz mitten in der internationalen Stadt Bonn entschieden. Der neue Standort im Zentrum wird uns noch mehr ermöglichen, unsere wichtige Arbeit sichtbar zu machen und in der Gesellschaft für die Solidarität mit den Notleidenden auf der ganzen Welt zu werben.“ Man wolle für alle Bürger schnell erreichbar sein und soziale Impulse in das gesellschaftliche Leben in Bonn setzen.

„Kooperationen und Vernetzung werden immer wichtiger“, sagt David Reusch, kaufmännischer Direktor der Missionszentrale. „Deswegen suchen wir durch unsere neue Lage auch verstärkt die Verbindung zu den vielen internationalen Einrichtungen und Institutionen in Bonn.“ Die 30 Mitarbeiter der Missionszentrale, darunter drei Franziskaner, betreuen mit einem jährlichen Projektfördervolumen von rund 12 Millionen Euro weltweit rund 700 soziale, pastorale und ökologische Projekte. Weiterhin engagiert sich die MZF mit der terrAssisi-Fondsfamilie im Bereich der ethischen Geldanlage. In diesem Jahr konzentriert sich die Missionszentrale verstärkt auf die Corona-Nothilfe in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken begrüßt die Entscheidung der Missionszentrale: „Die Missionszentrale der Franziskaner ist das größte franziskanische Hilfswerk weltweit. Dass sie in die Bonner Innenstadt und ans Bonner Münster zieht, ist ein großer Gewinn nicht nur für die Stadtkirche in Bonn.“ Das wichtige Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit und die großen Themen der Franziskaner würden so für jeden Bonner unübersehbar. „Die Bewahrung der Schöpfung, die Solidarität mit den Armen und die Verständigung unter den Völkern und Religionen sind die Kernanliegen der Franziskaner und die Themen, die über die Zukunft unseres Lebens entscheiden. Dass die Franziskaner zukünftig im Zentrum der Bundesstadt darauf verweisen, wird Kirche und Stadtgesellschaft gut tun“, so Picken weiter. Auch freue man sich, dass eine Kommunität von Franziskanern ans angrenzende Küsterhaus der Münsterpfarrei ziehe und sich dort an den Aktivitäten der Pfarrei und des Stadtdekanats beteiligen wolle. „Das schließt an eine jahrhundertealte Tradition der Franziskaner in der Innenstadt an, die seit dem Mittelalter bis vor wenigen Jahren durchgehend in St. Remigius tätig wären,“ erläutert der Stadtdechant.

Die Missionszentrale der Franziskaner wird die oberen zwei Etagen des ehemaligen Puppenkönigs beziehen. Der Bonner Immobilienunternehmer und Eigentümer des Puppenkönig Carrée, Alexander Jentsch, unterstreicht die Bedeutung, die eine Ansiedlung der Missionszentrale in der Bonner Zentrumslage hat: „Ein internationales Hilfswerk wertet unsere Innenstadt klar auf und macht die Vielfalt Bonns deutlich.“ Zudem knüpfe die Missionszentrale mit ihren vielen Hilfsprojekten für notleidende Kinder und Familien in gewisser Hinsicht an die Tradition des Puppenkönigs an. „Mich beeindruckt die Arbeit der Missionszentrale und der Franziskaner. Deshalb haben wir uns entschieden, ihre Standortverlagerung durch entsprechende Hilfswerk-freundliche Konditionen tatkräftig zu unterstützen,“ erläutert Jentsch. Über die Vermietung der unteren beiden Etagen des ehemaligen Puppenkönigs könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen. „Vermutlich werden wir uns im Sommer dazu äußern“, so Jentsch weiter.

Die Missionszentrale verlässt nach 50 Jahren ihren Standort in Bad Godesberg-Pennenfeld. „Leider müssen wir Bad Godesberg verlassen. Diese Entscheidung fiel uns nicht leicht, aber die mangelnden Perspektiven für eine Sanierung und Erweiterung der Gebäude zwangen uns schließlich zu einer Umorientierung“, erläutert Pater Matthias Maier. Allerdings werde die Verbindung zwischen den Franziskanern und dem Seelsorgebereich Bad Godesberg erhalten bleiben. Derzeit gibt es Überlegungen, dass ein Mitbruder der Franziskaner in der Gemeinde eine Stelle als Pfarrvikar übernehmen könne.