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Brüche, die uns Menschen eigen sind

Fastentuch mit der Darstellung des guten Schächers

Abschluss der Fastenpredigtreihe „Randfiguren der Passion“

Am fünften Fastensonntag, 7. April 2019, feierte der Personalverantwortliche der Erzdiözese, Direktor Pfarrer Mike Kolb, den Abschluss der diesjährigen Fastenpredigtreihe „Randfiguren der Passion, in der Herz Jesu Kirche, Beethovenallee.

Ein übergroßes Fastentuch mit der Darstellung des „guten Schächers“, der neben Jesus gekreuzigt wurde, verhüllte das große Kreuz im Altarraum. Die in Violett gehaltene Illumination in der Apsis der Kirche trug zur meditativen und besinnlichen Atmosphäre des Gottesdienstes bei. Musikalisch wurde der Feier durch Julia Föllmer, Klarinette und Daniel Kirchmann, Orgel mitgestaltet.

In seiner Predigt zog der in Köln lebende Geistliche eine Verbindung zwischen dem Verbrecher neben dem Kreuz Jesu und dem Tagesevangelium von der Ehebrecherin. Ausgehend von der zentralen Frage, was Menschen alles brechen können und die Wirkung solcher Brüche in der Welt, zeichnete Pfarrer Kolb ausgehend vom Ur-Bruch im Paradies, einen Bogen zur heutigen Lebensrealität der Menschen, zu den Brüchen, zu denen der Mensch alles fähig ist. Stellvertretend dafür stehen der Verbrecher am Kreuz und die Ehebrecherin. „Der Mensch hat die Grenze zu Gott hin überschritten und hat das Vertrauen zwischen Gott und ihm gebrochen“, so der 44-jährige Direktor der Hauptabteilung Seelsorge-Personal. „In jedem von uns gibt es diesen Riss, diesen Bruch, zwischen Ideal, wie die Welt und ich eigentlich sein sollen und der Realität, die wir täglich zu meistern, zu erleiden und zu gestalten haben“, erläuterte der Pfarrer weiter.

Schließlich fokussierte er nochmal die Mitfeiernden auf die Darstellung vorm Kreuz: „Das, was am Anfang durch den Menschen zerstört worden ist, das stellt Jesus Christus wieder her. Er versöhnt die Menschen mit Gott. Er macht eine neue Schöpfung und heilt den Riss, er heilt den Bruch, den der Mensch herbeigeführt hat. Paradies heißt Heilung, Leben, Sieg über den Tod, dass Krankheiten, Schmerzen und Schicksalsschläge nicht das letzte Wort behalten.“

In seinen freigesprochenen Worten ermutigte Direktor Kolb auf sehr ansprechende und berührende Weise die Gottesdienstbesucher, es Christus gleich zu machen, heilend in dieser Welt zu wirken, sich wertschätzend zu begegnen und Mut gegenseitig zu zusprechen, gerade wegen der vielen Brüche, die von Gott und durch Menschen geheilt werden können.

Am Ende des Gottesdienstes überbrachte der Personalverantwortliche zwei gute Nachrichten und eine weniger gute den mitfeiernden Godesbergern, die seit dem 1. März diesen Jahres ohne leitenden Pfarrer ist. Er teilte allen mit, dass es jemanden gibt, der sich gut vorstellen kann, als leitender Pfarrer im September 2019 in Bad Godesberg zu beginnen. Desweiteren kenne er ihn persönlich und schließlich die weniger gute Botschaft, jedoch aus Gemeindeperspektive die wohl interessanteste, dass er dies nicht sagen dürfe, und man sich bis Ende Mai/Anfang Juni gedulden möge. Diese auf charmante Weise überbrachte Nachricht wurde von den Gottesdienstbesuchern mit schmunzelndem Wohlwollen entgegen genommen.

Die Predigt von Pfarrer Mike Kolb als Audio:

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Die diesjährige Fastenpredigtreihe „Randfiguren der Passion“ wurde durch verschiedene Priester der Erzdiözese Köln gestaltet. Der Wechsel der Zelebranten und deren ganz eigene Form der geistlichen Vertiefung stoß auf großes Interesse bei den Gläubigen und lud auch im Anschluss der jeweiligen Gottesdienste zu anregenden Gesprächen untereinander und mit den jeweiligen Predigern draußen auf dem Kirchplatz ein.

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