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Liebe Gemeinde,

in zwei Wochen beginnt schon die Adventszeit. Das ist die wichtigste Vorbereitungszeit vor Weihnachten. Da Advent die beiden Kommen Christi umfasst – nämlich sein Kommen in Bethlehem und am Ende der Zeit – erleichtern uns bereits die Lesungen dieser Woche und in der nächsten Woche das Thema „Zweites Kommen und das Ende der Welt“.

Wie die Welt zum Ende kommt und wann es passiert, ist eine schwierige Frage, und viele Menschen möchten darüber nicht nachdenken. Für diejenigen, die aufgrund schwerer unheilbarer Krankheiten endlos leiden, wünschen sie sich dieses endgültige Ende als Erlösung. Durch menschliche Erfahrungen, werden wir jedoch an das bevorstehende Ende eines jeden von uns durch den Tod erinnert. Diese Realität lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Ende und den Umgang damit.

Diesen Sonntag hören wir die Prophezeiung des letzten Buches der Hebräischen Schriften, Maleachi, der scharfe Vorwürfe gegen das Volk sprach, weil es in religiöse Gleichgültigkeit geraten war. Sie hatten ihren Glauben aufs Spiel gesetzt. Wenn wir uns ansehen, was heute um uns herum passiert, und damit meine ich die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen, die auf Ungerechtigkeit und Misshandlung im Umgang mit Menschen aufgebaut sind, dann können wir daraus schließen, dass wir modernen Christen nicht ganz anders sind als die Zeitgenossen des Propheten Maleachi. Wir machen unser eigenes Ende durch Vertreibung, Unterdrückung und Genozid, durch Bomben, Krieg und mit verschuldeten Naturkatastrophen. Dieses selbstgemachte Ende macht uns große Angst.

Die Endzeit hat die Angst auch den Aposteln vor Augen gestellt. Viele Menschen haben heute Angst und wollen wissen, wann das Ende eigentlich kommt. Es ist menschlich Angst zu haben, aber als Nachfolger Jesu sollten wir nicht darum nur kümmern, wann das Ende ist, sondern darum, dass wir für das Ende bereit sind. Damit wir es in Kauf nehmen können. Wir müssen einen Lebensstil haben, der einen kontinuierlichen Schritt zum Herrn führt. Damit wird das Ende in einem unbegreiflich starken Sinne gut betrachten. Was wirklich gut ist, muss aber nicht angenehm sein, es muss nicht ohne Schmerzen sein, es ist nicht ohne Furcht. Denn unter Furcht und Schmerzen haben uns unsere Mütter geboren, unter Schmerzen werden wir in das Reich Gottes gelangen. So wird das Leben geschenkt und gewonnen.

Ihr
Pater Charles Odwar Lekamoi AJ

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